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Was ist eigentlich eine Kakaozeremonie?

Der Begriff „Kakaozeremonie“ taucht zur Zeit immer häufiger auf und ist vor allem in der spirituellen Szene verbreitet. Während einige das feiern, fühlen sich andere eher abgeschreckt. Doch was ist eigentlich eine Kakaozeremonie? Was macht man da und wie wirkt sie?

Was ist eine Kakaozeremonie?

Eine Kakaozeremonie ist – meiner Meinung nach – nicht zwingend „spirituell“. Es ist in erster Linie ein bewusstes Zusammenkommen in der Gruppe. Als würde man sich mit seinen Freundinnen im Café verabreden, nur mit mehr Ruhe, Präsenz und oft mit einem gemeinsamen Thema. Man trinkt gemeinsam Kakao, vielleicht läuft Musik im Hintergrund und das Ganze wird von einer Person achtsam begleitet. Vielleicht gibt es eine vorher abgesteckte Intention, vielleicht gibt es eine Meditation oder man macht gemeinsam Musik oder tanzt. Manche Zeremonien arbeiten eher mit Psychologie und Emotionen, andere beziehen Spiritualität, Rituale oder Themen wie Ahnenlinien mit ein. Beides hat seine Berechtigung – wichtig ist nur, dass man vorher weiß, worauf man sich einlässt.

Meine Kakaozeremonien haben einen klaren Ablauf, auch wenn sie nie vollkommen gleich sind. Wir nehmen uns 2-3 Stunden Zeit, kommen erstmal gemeinsam an und atmen tief durch. Vielleicht hat jemand Sorgen oder Ängste oder möchte eine Intention teilen – auch dafür nehmen wir uns Zeit. Dann wird der Kakao zubereitet und verteilt. Wir setzen uns gemeinsam in den Kreis und spüren in uns hinein, ob etwas da ist. Anschließend setzen wir unsere Intention für die Zeremonie. Der Kakao wird langsam und bewusst getrunken. Ich begleite durch eine sanfte Meditation oder einen Power Talk zum gemeinsamen Thema des Abends. Wurden Intentionen, Sorgen oder Ängste genannt, fließen auch diese achtsam mit ein. Je nach Gruppe und Thema ist Raum für Musik, Journaling, Atemübungen oder mehr. Immer wieder gibt es die Möglichkeit zu teilen, was gerade präsent ist.

Die trockenen Fakten hinter der Zeremonie

In einer Kakaozeremonie verwendet man einen Kakao der nur minimal verarbeitet wurde. Die Dosis kann – ja nach Leitung – von 5g bis 42g variieren. Hat man noch nie Zeremonienkakao getrunken, sollte man mit einer geringeren Dosis beginnen, da er ganz anders schmeckt als Kakaopulver.

In der Kakaobohne befinden sich Stoffe wie Anandamid, Flavonoide, Phenylethylamin, Theobromin oder auch Tryptophan. Ich möchte daraus keinen Chemie- oder Biologie-Aufsatz machen, deshalb fasse ich grob zusammen, was das bedeuten kann. Kakao wirkt – ähnlich wie Koffein – stimulierend, allerdings oft sanfter und länger anhaltend. Viele Menschen empfinden ihn als stimmungsaufhellend, entspannend und gleichzeitig aktivierend. Außerdem kann Kakao die Durchblutung fördern und dafür sorgen, dass wir wacher und präsenter werden.

Die „Magie“ einer Kakaozeremonie entsteht für mich nicht allein durch den Kakao, sondern durch die Kombination aus bewusster Intention, sicherem Raum und den Effekten die der Kakao selbst im Körper auslöst. Denn wenn Menschen gemeinsam zur Ruhe kommen, sich öffnen und gesehen fühlen, reagiert auch unser Nervensystem darauf. Verbindung, Sicherheit und Aufmerksamkeit verändern unsere Sicht auf uns selbst sowie das, was wir aus einer Erfahrung mitnehmen können. Der Kakao kann uns dabei unterstützen, diesen Zustand zu erreichen, aber er ersetzt keine Therapie, kann keine Wunder bewirken und ist auch kein magisches Heilmittel.

Personen, die gewisse Medikamente wie z.B. Antidepressiva einnehmen, schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben, schwanger sind, stillen, zu Migräne neigen oder eine Histaminintoleranz haben, sollten mit ihrem Arzt absprechen, ob eine Kakaozeremonie geeignet ist.

Kakaozeremonie als Mini-Retreat

Für mich ist eine Kakaozeremonie fast schon ein Mini-Retreat. Es ist eine Möglichkeit bei sich anzukommen, zu entspannen und eine Zeit lang in die eigene innere Welt abzutauchen und sich gleichzeitig mit anderen zu verbinden. Es ist eine Erfahrung, die im Alltag so nicht oft zustande kommt. Eine Kakaozeremonie kann uns helfen, einen neuen Blickwinkel zu erhalten, uns besser zu spüren, uns wieder mit uns zu verbinden oder sogar eine neue Seite an uns kennenzulernen. Gleichzeitig kann eine bewusste Kakaozeremonie im Kreis eine unglaublich heilsame Erfahrung sein. All das geht natürlich nur, wenn wir uns bewusst auf dieses Erlebnis einlassen und uns sicher genug fühlen.

Kakaozeremonien sollen weder streng noch perfekt sein. Ich verwende ganz bewusst sanfte Dosierungen, weil viele Menschen hochdosierten Zeremonienkakao gar nicht gewohnt sind. Außerdem nutze ich am liebsten laktosefreie Milch, um den Geschmack des Kakaos abzurunden – und auch Zucker darf natürlich verwendet werden. Ich arbeite außerdem gerne mit einem Pürierstab, damit der Kakao sich vollständig auflöst und schön schaumig wird. Der Kakao soll sich nährend, warm und angenehm anfühlen.

Wenn du Lust hast, selbst einmal eine Kakaozeremonie zu erleben, dann melde dich gerne per E-Mail oder Instagram bei mir. Die Zeremonien finden entweder in meinen Räumen oder online statt.

Foto: Maddi Bazzocco / Unsplash

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