Sonstiges

Manifestation ist Gefühlssache

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber wann immer ich das Wort „Manifestation“ gehört habe, hat sich etwas in mir abgeschaltet. Ich dachte immer „jaaaaaaa, nette Idee, aber … das funktioniert nicht wirklich“. Für mich war Manifestieren so ein Ding von – ich will etwas, es passiert recht schnell danach. Quasi wie bei einer Wunderlampe, die man reibt und dann erfüllt der Flaschengeist den Wunsch. In diesem Fall wäre der Flaschengeist das Leben oder das Universum. Und was soll ich sagen .. ich kann nicht behaupten, dass nur weil wir gehofft haben, dass Inferia einen großen Durchbruch hat und uns finanziell trägt, das bisher je passiert ist. Es kann nicht am Willen liegen, denn der war da 😉

Manifestation ist kein Flaschengeist

Also woran liegt es, dass es nicht einfach klappt? Wenn Manifestieren so „einfach“ ist und jeder das kann, warum ist nicht jeder reich, gesegnet, glücklich? Die Frage hat mich ehrlich gesagt lange umgetrieben. Ein Film hat mir dann aber gezeigt, was damit gemeint ist. Denn ja – wir manifestieren ALLE – aber es geht nicht um Flaschengeist-Logik und Instant-Wunscherfüllung. Es ist – aus meiner Perspektive – eher eine Form von Wunschzettel mit Dringlichkeitssortierung.

Was meine ich genau? Ich will euch das anhand eines Films näher bringen. Letztens habe ich abends mit meinem Kleinsten Sonic geguckt und weil ich den Film schon so oft gesehen habe, habe ich plötzlich andere Dinge gesehen. Nach einer halben Stunde – etwa da, wo sie auf der Landstraße fahren – fiel mir etwas auf. Dr. Eggman (der „Böse“) hatte sich etwas gewünscht. Intensiv, mit starken Emotionen – er wollte Sonic erforschen. Sonic hatte sich auch etwas gewünscht – er wollte auf der Erde bleiben und ein zu Hause finden. Und dann war da Tom – auch er hatte einen Wunsch – er wollte jemandem das Leben retten. Und was soll ich sagen .. Tom hatte sich das schon lange gewünscht und zack – Sonic kam in sein Leben und brauchte seine Hilfe um zu überleben. Er hatte es sich „manifestiert“.

Achtung – hier kommen Spoiler, weil ich sonst meinen Punkt nicht darlegen kann. Wer es nicht wissen will – guckt zuerst den Film und kommt dann wieder =) Dr. Eggman wollte Sonic fangen und erforschen – den ganzen Film über, jagt er hinterher und am Ende … schnappt er ihn kurz. Und da kommt das ins Spiel, was mich wie ein Blitz getroffen hat.

Gefühlssache

Es geht beim Manifestieren um Gefühle! Nämlich nicht „wie doll will ich das haben“, sondern „was fühle ich DANACH?“ Und das ist der Knackpunkt zwischen „es hält“ und „es bleibt nur kurz“. Denn was passiert wenn du etwas haben willst? Du hast es, freust dich und dann .. willst du etwas anderes. Aber Sonic – er wollte eine Familie. Er hat sich nicht auf das Ergebnis konzentriert, sondern auf das Gefühl danach. Er wollte eine Familie, um danach glücklich zu sein. Darum hat Sonic gegen Dr. Eggman gewonnen. Weil die Gefühle von Dr. Eggman nicht auf das danach gerichtet waren, sondern nur auf das Erreichen des Ziels.

Und wenn wir uns mal so ansehen, was wir alles haben wollten und erreicht haben bisher, dann wird euch vermutlich schnell klar, was ich meine. Denn mit 12 Jahren wollte ich zum Beispiel eine Familie mit Kindern. Ich wollte unbedingt eine große Familie – weil ich Nähe wollte. Und was ist passiert? Ich habe mit 21 meinen Mann getroffen, habe mich verliebt, bin zu ihm gezogen und wir haben (aktuell) 3 Kinder bekommen. Und nicht nur das – die Familie meines Mannes IST groß.

Ein weiterer Wunsch – ich habe früher Neopets gespielt und viele verschiedene Farmspiele. Immer wieder habe ich mich gefragt „warum muss ich ZWEI Spiele spielen, wenn ich doch beides mag? Irgendwann habe ich ein eigenes Spiel und verbinde beides“ .. und auch da kam mein Mann ins Spiel. Er ist Game Designer, macht Grafiken, baut liebend gerne Spiele, kann programmieren, kann Klavier spielen und Sounds basteln, macht gerne Animationen. Und wir haben Inferia begonnen.

Warum hat sich das manifestiert und nicht etwas anderes? Wegen dem Gefühl. Manifestation unterscheidet nicht zwischen „der Wunsch bzw. Mensch ist gut und der böse“. Manifestationen passieren dank dem intensiven Gefühl, das man hat. Der Unterschied ist hier jedoch – destruktive Wünsche können kurzfristig Energie erzeugen (Dr. Eggman fängt Sonic) – aber sie tragen selten langfristig (Sonic schafft es, zu entkommen). Auch hier ein kleiner Disclaimer – das Gefühl allein reicht nicht immer aus. Denn es ist der Beginn und keine Garantie für definitive Wunscherfüllung.

Das Leben als Puzzle

Aber das heißt nicht, dass es sofort passiert. Zuvor müssen auch die richtigen Umstände eintreten. Wir müssen an den Punkt kommen, wo wir dafür bereit sind, wo andere Menschen ebenfalls am richtigen Ort sind und ready sind. Es ist wie ein Puzzle. Jedes Stück muss an den richtigen Platz geschoben werden und dann – zack – kann der Flaschengeist uns allen geben, was wir wollen. Und manchmal .. manchmal fehlen Puzzleteile und manchmal dauert es länger oder zeigt sich ganz unerwartet in komplett anderer Form, als wir uns eigentlich gedacht haben. Ein kleiner Disclaimer an dieser Stelle – nicht alles was uns passiert, ist unser Wunsch. Es gibt Situationen, die wünscht sich niemand – es geht darum, zu erforschen, was Manifestation sein kann – ein Wegweiser.

Heißt das, dass wir da sitzen und nicht auf Dinge hinarbeiten sollen? Nein, ganz im Gegenteil. Ich bin fest davon überzeugt, dass ein Großteil der Manifestation nicht Wunschzettel an den Weihnachtsmann oder Reiben an der Wunderlampe ist. Es sind die Schritte, die uns dorthin führen und die wir selbst gehen. Denn ich wollte ein Spiel und habe nicht nur gesessen und gefragt „wie?“ sondern ich bin losgegangen. Ich habe HTML und CSS gelernt, war in Informatik Kursen und habe mich mit Grafikprogrammen auseinander gesetzt. Außerdem habe ich zeichnen geübt und als Community Managerin gearbeitet. Ich bin in die Richtung gegangen, in der mein Traum lag. Langsam zwar, aber mit Ziel.

Denn Manifestation ist keine Abkürzung. Keine magische Wunschliste, an die wir nur fest glauben müssen. Sie ist ein Kompass, der uns zeigt, was wir wollen und in welche Richtung wir gehen sollen. Und das ist die wahre Kunst. Nicht zu sitzen und wahllos zu hoffen, dass es passiert. Nicht zu verzweifeln, weil es nicht kommt. Sondern einfach schon mal in die Richtung zu gehen, den nächsten möglichen Schritt zu machen und dann zu sehen, was passiert. Und manchmal, da hält das Leben vielleicht etwas anderes für uns bereit. Dann erfüllt sich der Wunsch nicht oder erst später als von uns erhofft. Das ist okay, denn wir sehen nur die Puzzleteile, die wir haben. Und manchmal ist das große Puzzle so viel schöner, als das, was wir uns überlegt haben =)

Foto: Judith Frietsch / Unsplash

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